
Integrative Lerntherapie
Die integrative Lerntherapie hilft Kindern, Jugendlichen sowie deren Eltern, Lehrern vor allem bei Lern- und Leistungsstörungen wie z. B. einer Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche. Die Vielfalt der Formen von Lern- und Leistungsstörungen reicht von anlagebedingten Wahrnehmungs- und Teilleistungsschwächen über psycho-sozial bedingte Lernblockaden, Entwicklungsverzögerungen bis hin zu umschriebenen Entwicklungsstörungen entsprechend des internationalen Klassifikationsschemas der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der ICD-10 (Internationale Klassifikation der Krankheiten).
Durch die fehlenden basalen Grundlagen im Bereich der Sensomotorik und Sprache haben die Betroffenen erhebliche Schwierigkeiten beim Erwerb des Lesens, Schreibens oder Rechnens. Durch häufiges Versagen trotz oftmals großer Anstrengungen und ständigen Bemühens sind sie in einen Teufelskreislauf geraten: Ihre Lernerfahrungen sind häufig von Misserfolgen, Frustration und Angst geprägt. Die Anforderungen der Eltern, der Schule, des Alltags als auch ihre eigenen, an sich gerichteten Erwartungen können sie nicht im geforderten Maß erfüllen. Auch die Eltern fühlen sich häufig überfordert und reagieren beispielsweise mit verstärktem Druck, (Über)Besorgtheit, mit Ärger und Wut, Schuldgefühlen oder Schuldzuweisungen u.a. Durch die ständigen Belastungen können sich Familienkonflikte entwickeln oder verstärken und ausweiten.
Selbst wenn die Schule Verständnis für die spezifischen Störungen und Probleme aufbringt, kann sie diesen Kindern und Jugendlichen im Rahmen der schulischen Förderung oft nicht ausreichend helfen. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen reagieren darauf mit Vermeidungsstrategien, Angstblockaden bis hin zu somatischen Beschwerden wie z.B. Kopf- und Bauchschmerzen oder Übelkeit (besonders vor Klassenarbeiten). Auch durch aggressives Verhalten oder sozialen Rückzug, Clownerie und andere Verhaltensauffälligkeiten versuchen sie, den Belastungen auszuweichen und Bedürfnisse nach Erfolg und Anerkennung zu kompensieren.
Wesentliche Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen sind jedoch lernbiologisch begründet: Positive Gefühle, ein hohes Selbstwertgefühl, Lernmotivation durch Erfolge und Vertrauen in die eigene Lern- und Leistungsfähigkeit, d. h. in die eigene Selbstwirksamkeit. Diese Voraussetzungen brauchen Kinder und Jugendliche als auch ihre Eltern, Lehrer und andere Beteiligte zur Bewältigung von Anforderungen beim Lernen sowie ihres Alltags.
Wenn sich also Lern- und Leistungsstörungen in einer negativen Lernstruktur, in einem Teufelskreis mit pädagogischen, sozialen und innerpsychischen Blockaden verfestigt haben, kann eine integrative Lerntherapie weiterhelfen. Diese trägt zur Wiederherstellung einer positiven Lernstruktur und zur Auflösung der Blockaden bei. Lerntherapeuten helfen, den individuellen Lösungsansatz zu finden und zeigen fachlich fundierte Lösungswege auf, die von allen Beteiligten mitgestaltet werden. Integrative Lerntherapie ist immer Hilfe zur Selbsthilfe, d. h., dass der Lerntherapeut als Experte ein „Ideen- und Lösungskellner", Coach, Unterstützer, Lernbegleiter usw. ist, jedoch die Klienten selbst, durch ihr Engagement, ihre Motivation und ihre Beharrlichkeit (sog. Compliance, Adhärenz), den Therapieerfolg bestimmen. Die integrative Lerntherapie fördert, begleitet und entwickelt dementsprechend individuelle Lernprozesse zum Erwerb der Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen und darüber hinaus eine positive psycho-soziale Entwicklung. Die Praxis erfolgreicher Lerntherapie zeichnet sich durch Methodenintegration relevanter, interdisziplinärer Kompetenzen (z. B. Pädiatrie, Logopädie, Ergotherapie, Linguistik, Mathematik, Didaktik, Neurologie, Pädagogik und Psychologie), Flexibilität und Spaß an sinnvollen Lerninhalten in einer ermutigenden Beziehung aus. Die Vielfalt der Vorgehensweisen orientiert sich an den Lernvoraussetzungen des Kindes, seinen Bedürfnissen, Schwierigkeiten und Stärken sowie an den gesetzten Zielen. Da Lerntherapie vom allgemeinen Ansatz her eine sehr individuelle Lehr- und Lernform ist, findet sie in Einzelförderung oder als Förderung in Kleinstgruppen statt.
Wir bieten von der (Förder)Diagnostik ausgehend Beratung und integrative Lerntherapie fachlich fundiert und kompetent an. Unsere Lerntherapeuten sind nach den Richtlinien des Fachverbandes für integrative Lerntherapie (Link FiL) sowie des Bundesverbandes für Legasthenie und Dyskalkulie (Link BVL) in einer anerkannten Ausbildungseinrichtung (Link Kreisel e.V.) ausgebildet und werden ständig für eine höhere, therapeutische Qualifikation fortgebildet und supervidiert.
Therapieablauf
- Kostenloses Erstgespräch zum gegenseitigen Kennenlernen und um einen ersten Eindruck von der Lernsituation des Kindes zu gewinnen
- Diagnostikphase (ca. 3 - 6 Stunden)
- Auswertungsgespräch zur Information über die diagnostischen Ergebnisse und zur Beratung von Lösungsansätzen
- bei Bedarf Beginn einer Lerntherapie (in der Regel Einzelsitzung einmal wöchentlich 50 Minuten)
- begleitend regelmäßige Elterngespräche zur Entwicklung des Kindes und Beratung weiterer Lösungsansätze
im Einverständnis mit den Eltern
Kosten
- bei einer Lese-Rechtscheib- oder Rechenschwäche mit einer ausgeprägten psycho-sozialen Begleitsymptomatik können die Therapiekosten durch das zuständige Jugendamt übernommen werden.
- besteht diese Möglichkeit nicht, unterbreiten wir Ihnen gern ein vor Beginn der Therapie ein Angebot
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